Sorbisch Altern mit altem Handwerk – Alterperimentale

„Wie sieht ein gutes Altern aus?“ ist eine der zentralen Fragen des Projektes Alterperimentale. Das Projekt begibt sich auf die Suche nach Innovationen für gutes ­Leben ­älterer Menschen in ­ländlichen Räumen – und die Plon GmbH unterstützt das Projekt in Bezug auf die sorbische/wendische Community.

Dabei steht die gelebte Praxis im Vordergrund. Organisiert ist das Projekt deshalb in Praxisforschungsstellen, die jeweils zu Bedarfen und Bedürfnissen forschen und diese dann in kleinen (Pilot-)Projekten integrieren.

Zur sorbischen/wendischen Community liegen keine belastbaren Untersuchungen vor. Als Arbeitshypothese erscheint plausibel, dass die Mitglieder der sorbischen/wendischen Community auch und gerade im ländlichen Raum in kulturelle Aktivitäten hoch integriert sind. Neben allen bestehenden Angeboten der Mehrheitsgesellschaft gibt es verschiedene zusätzliche sprachliche Räume und Räume des gelebten Brauchtums. In diesen sozialen Räumen haben ältere Wissende eine herausgehobene Rolle, gerade weil die niedersorbische Sprache (und Kultur) mittelfristig tendenziell vom Aussterben bedroht sind.

Um diese sozialen Räume möglichst wenig zu stören wurde in der Untersuchung Ansätze der teilnehmenden Beobachtung zusammen mit grounded theory gewählt. Das Ziel ist dabei eine mögliche praktische Unterstützung der Community – nicht eine möglichst tiefe theoretische Durchdringung und Analyse.

Untersuchte soziale Räume sollen hierbei Veranstaltungen des Wissenstransfers bspw. von Handwerkswissen zum Blaudruck oder ähnlich geartete Veranstaltungen sein. Erfolgversprechend erscheinen hier sehr praktische – und auch pragmatische Zugänge. Gleichzeitig soll ein Mehrwert für die sorbische/wendische Community entstehen.

Insgesamt stellt dieser Projektteil „Fachliche Beratung, Entwicklung und Durchführung von Veranstaltungsformaten zu sorbisch/wendischen Themen rund um das Älterwerden“ der Praxisforschungsstelle Cottbus/Chóśebuz nur einen kleinen Teil des Gesamtprojektes dar.

Das Projekt AlterPerimentale wird gefördert über die Förderlinie T!Räume – TransferRäume für die Zukunft der Regionen des Bundesministerium für Forschung, Technologie und Transfer. Diese Programmlinie unterstützt die Entwicklung neuer Wissenstransferformate, um die Kooperation zwischen Hochschulen und Praxis im Strukturwandel zu stärken. Die AlterPerimentale versteht Transfer dabei als einen beidseitigen Lernprozess zwischen Wissenschaft und Praxis. Bundesweit ist sie eine von insgesamt zwölf solcher Transferinitiativen.


Veröffentlicht

in

von

Schlagwörter: