Die sorbische Kultur ist ein lebendiger Teil der Lausitz – doch wie lässt sich dieses kulturelle Erbe auch wirtschaftlich nutzen und wie kann die sorbische Spracxhe gut in Unternehmen integriert werden? Diese Fragen standen im Mittelpunkt des 4. Netzwerktreffens „Sorbisch – Wirtschaft – Zukunft“, das am 12. Juni 2026 bei Schmidt-Schwarz-Reisen in Radibor stattfand. Das Unternehmen, bekannt u.a. für sein Fahrgastschiff auf dem Bärwalder See und seine Rolle als regionaler Reiseanbieter, bot den perfekten Rahmen: Hier trafen sich Vertreter:innen sorbischer Unternehmen, um über Netzwerke, Fachkräftesicherung und die Sichtbarkeit der sorbischen Wirtschaft zu diskutieren – und dabei auch eine Führung über das Gelände zu erleben.

Die Stimme der Unternehmen: Was wünschen sich sorbische Betriebe?
Eine kleine Umfrag unter den Teilnehmenden zeigt: Es geht um Sprache – aber auch um Sichtbarkeit, Zusammenarbeit und praktische Unterstützung.
Die Teilnehmer:innen wünschten sich vor allem:
- Sichtbarkeit sorbischer Wirtschaftszweige: Welche Branchen sind typisch sorbisch? Wie können Wertschöpfungsketten gestärkt werden – etwa im Handwerk, Tourismus oder in der Kultur?
- Sprache und Kultur im Unternehmen: Sorbisch soll nicht nur in Schulen, sondern auch im Berufsalltag eine Rolle spielen. Gefragt sind Info-Vorträge für Mitarbeiter:innen, zweisprachige Materialien oder Sprachkurse,
- Mehr Austauschformate: Der Wunsch nach Vernetzung ist groß. Viele sehen darin die Chance, gemeinsame Projekte zu entwickeln oder regionale Aufträge zu vergeben.
Konkrete Schritte: Was passiert bereits?
Beim Netzwerktreffen im Juni 2026 wurden konkrete Initiativen beschlossen, die zeigen: Die sorbische Wirtschaft ist in Bewegung.
1. Sorbischer Wirtschaftspreis 2026
Am 27. November 2026 wird in der Kufa Hoyerswerda der sorbische Wirtschaftspreis verliehen. Ausgezeichnet werden Unternehmen, die sich besonders für die Förderung sorbischer Kultur und Sprache einsetzen. Eine Teilnahme ist bis 31. August möglich: https://www.domowina.de/aufgaben/auszeichnungen/wirtschaftspreis/#2026
2. Fachkräftesicherung: Azubis und Unternehmen zusammenbringen
Ein großes Thema war die Gewinnung von Auszubildenden und Fachkräften. Hier sind bereits erste Maßnahmen geplant:
- Instagram-Präsenz: Ein Profil, auf dem Auszubildende ihre Betriebe vorstellen – um junge Menschen für sorbische Unternehmen zu begeistern,
- Firmenübersicht: Ein Flyer oder eine Website, die sorbische Unternehmen auflistet. Dieser soll in Schulen und über den sorbischen Unternehmerverband verteilt werden.
Ausblick: Tradition trifft Innovation
Das Netzwerktreffen bei Schmidt-Schwarz-Reisen hat gezeigt, dass es bereits viele konkrete Ideen und Initiativen gibt. Jetzt geht es darum, diese umzusetzen – und dabei möglichst viele Akteur:innen einzubinden.
Haben Sie Vorschläge für Projekte oder Kooperationen? Möchten Sie sich im Netzwerk engagieren? Dann schreiben Sie an:
Gesine Kutter (corporate friends® GmbH) gk@corporatefriends.de
Caroline Miersch (TD Deutsche Klimakompressor GmbH,TDDK) caroline.miersch@tddk.de
Dieser Blogbeitrag wurde vom Lausitzer Institut für Strategische Beratung veröffentlicht und stellt die persönöiche Perspektive dar. Das Institut setzt sich für die Stärkung der regionalen Wirtschaft ein – mit besonderem Fokus auf die sorbische Kultur und ihre Potenziale.